Die aktive Musiktherapie
Die aktive Musiktherapie kommt vor allem bei der Behandlung psychiatrischer Erkrankungen zum Einsatz. Menschen, mit den unterschiedlichsten Krankheiten können so behandelt werden, in dem sie durch die Musik in Kontakt mit ihrem eigenen Emotionen gebracht werden und auf diese Weise Spannungen, Ängste, innere emotionale Konflikte, destruktives Verhalten, Irrationalität und Probleme mit zwischenmenschlichen Beziehungen besser verarbeiten können.
Für Patienten, denen es schwer fällt sich verbal auszudrücken kann diese Art der Therapie dazu führen, dass es einen besseren Kommunikationsfluss gibt und die Patienten sich besser mitteilen können.
Bei der aktiven Musiktherapie ist das gemeinsame musizieren des Therapeuten und des Patienten der Schlüssel. Hierbei wird eine Vertrauensbasis zwischen Therapeut und Patient geschaffen, die es dem Therapeuten ermöglicht mit dem Patienten direkt zu kommunizieren. Wenn der Patient dann bereit ist sich in eine Gruppe einzufügen wird aus der Einzeltherapie eine Gruppentherapie, bei der mehrere Patienten mit dem Therapeuten kommunizieren. Die einzelnen Patienten lernen dabei den sozialen Kontakt mit anderen neu kennen, so wird ein Grundstein für alle zukünftigen interpersonellen Beziehungen gelegt.
Wahl des Instruments und der Weg zum verbalen Ausdruck der Gefühle
Das Musikinstrument ist bei der Musiktherapie das Medium, mit dem der Patient Kontakt aufnimmt und seinen Gefühlen Ausdruck verleiht. Die Wahl des Instruments ist dabei dem Patienten überlassen, denn schließlich muss dieser sich mit dem Instrument identifizieren können um seine Gefühle richtig auszudrücken.
Symbole, in Form eines Klangs, eines Bildes oder eines Objekts werden genutzt um an die Stelle einer Person, eines Ereignisses oder einer Erfahrung treten. Mit den Symbolen wird eine andere Wirklichkeit dargestellt und für den Therapeuten sichtbar und besser nachvollziehbar. Der Patient assoziiert also bestimmte Dinge mit der Musik und kann seinen Gefühlen so freien Lauf lassen. Der Patient durchlebt also noch einmal bestimmte Situationen und Erlebnisse und kann diese durch Improvisationen besser verarbeiten.
Die Improvisation führt durch vier verschiedene Phasen, in denen bestimmte Themen spezialisiert und genauer behandelt werden, bis der Patient zu dem Punkt gelangt, an dem frei über die Bedeutung der musikalischen Improvisation in der Gruppe gesprochen werden kann. Häufig kommen dann auch noch andere Therapien, wie die Tanztherapie, oder die Kunsttherapie zum Einsatz.