Les Paul Doodle, Musikalischer Pioniergeist zum Anfassen
Das heutige Google Doodle ehrt einen besonderen Musiker. Lester William Polsfuss, kurz Les Paul, wäre heute 96 Jahre alt geworden. Er starb vor zwei Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung, doch Google lässt ihn wiederauferstehen und alle Musikfreunde dürfen sich über eine Ehrung seiner Erfindung, der ersten Solid-Body Elektro Gitarre, auf der Startseite der Suchmaschine freuen. Und die hat es in sich.
Zum Mitspielen
Auf den ersten Blick ein gelungenes Bild von Steg, Gitarrensaiten und Tonabnehmer, samt einem das kleine G abbildenen Amplifiers, stellt der User schon beim ersten Mouse-Over fest, dass es sich hier um mehr handelt als nur eine Abbildung der wichtigsten Elemente einer elektronischen Gitarre. Die Saiten klingen auch und nicht nur das: Wie bei einer echten Gitarre schwingen sie mit und nach und leuchten außerdem in den typischen Google-Farben, wahlweise in Grün, Blau, Rot und Gelb, auf. Und wer sich jetzt inspiriert fühlt, ein Liedchen zu spielen, kann seine Komposition per Klick auf den Amplifier sogar aufnehmen. Oder handelt es sich beim Fuß des kleinen Google-G nur um die Abbildung eines Aufnahmeknopfs aus dem Tonstudio?
Klang und Widerhall
Das Leben Les Pauls war seit dem zarten Alter von acht Jahren von Musik geprägt. Zunächst im Country, später dann im Jazz beheimatet strebte er immer nach akustischen Neuheiten und Verbesserungen. So kam er wohl auch zu seiner wichtigsten Erfindung, der elektronischen Gitarre mit solidem Körper, was den störenden Effekt der Rückkopplung bei gleichzeitiger Benutzung von elektronischem Tonabnehmer und Instrument mit Hohl- und Klangkörper eliminierte. Auch mit Halleffekten und Aufnahmetechniken experimentierte Les Paul zeitlebens. Noch kurz vor seinem Tod erzählte er in einer Talkshow, dass er an einer bahnbrechenden Erfindung für die Musikwelt arbeite, jedoch erfuhr die Nachwelt nie, worum es sich dabei handelte. Der Antrieb für seinen Erfindergeist sei aber nie Ehrgeiz gewesen, sondern schlicht der Wunsch etwas zu schaffen, dass er für seine Musik brauche. Mit dem Klang der elektronischen Gitarren, vor Entwicklung der Gibson Les Paul, sei er schlicht unzufrieden gewesen. Es wäre interessant zu erfahren, was er wohl von dem Doodle zu seinen Ehren gehalten hätte.
